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Dr. Claudia Grewe - neu in der Bioverfahrenstechnik

Anfang September 2020 konnte Dr. Claudia Grewe fr das Gebiet Bioverfahrenstechnik im Fachgebiet Angewandte Biowissenschaften und Prozesstechnik am Standort K?then begr?t werden. In diesem Interview gibt sie einen ?berblick ber ihre Inhalte in Lehre und Forschung und einen Einblick in ihren Werdegang.

Professorin Grewe, herzlich willkommen an der ʹ̿ڹ Anhalt.

Mit der Berufung an den Hochschulstandort K?then kehren Sie an ihren alten Studienort zurck. Welche positiven Erfahrungen aus Ihrer eigenen Studienzeit m?chten Sie an Ihre Studierende weitergeben?
Wesentliche Teile der fundierten Ingenieurausbildung, gekoppelt mit industriellen Anwendungsaspekten. Au?erdem m?chte ich die F?higkeit f?rdern, probleml?sungsorientiert zu denken und anschlie?end auch zu handeln.


Welche wichtigen Ereignisse folgten nach ihrem Studium in K?then?
2002 habe ich das Studium der Biotechnologie mit dem Schwerpunkt Biotechnische Verfahren/Pharmatechnik in K?then mit dem Ingenieursabschluss beendet. Im Anschluss promovierte ich im Rahmen eines kooperativen Promotionsverfahrens mit der Martin-Luther-Universit?t Halle-Wittenberg zur angewandten Wertstoffproduktion aus Mikroalgen mit dem Fokus auf biotechnologischer Prozessentwicklung und -optimierung. Seit dem Jahr 2007 arbeitete ich als Leiterin fr Forschung und Entwicklung bei der Salata AG, die Mikroalgen und Cyanobakterien im industriellen Ma?stab produziert. Hier war ich fr die Produktentwicklung, sowie fr die Produktionsleitung und das Qualit?tsmanagement verantwortlich.


Fr das Gebiet Bioverfahrenstechnik sind Sie nun am Fachbereich Angewandte Biowissenschaften und Prozesstechnik zur Professorin berufen. Was wird zu Ihren Aufgaben z?hlen?
Zu meinen Aufgaben z?hlt die Lehre in den Fachgebieten der Bioverfahrenstechnik, der Aufarbeitungstechnik und der Bioapparatetechnik. Ich sehe es als meine Aufgabe, alle klassischen Lehrveranstaltungsformen abwechslungsreich und fordernd zu gestalten, um einen m?glichst hohen Lernerfolg bei den Studierenden zu sichern. Neben der praxisnahen Aufbereitung des zu lehrenden Stoffes sollen auch die Anleitung zum Selbststudium und die Implementierung neuer Lehrmethoden im Vordergrund stehen.


Welche Ziele verfolgen Sie neben der Lehre?
Eine weitere, sehr wichtige Aufgabe sehe ich in der Drittmittelfinanzierten Forschung im Bereich der angewandten Biotechnologie. In der Umsetzung m?glichst interdisziplin?rer Projekte m?chte ich den Studierenden eine aktuelle Lehre bieten, die ihr zuknftiges Berufsfeld abbildet. Sie sollen eine Vielzahl moderner Methoden am praktischen Beispiel lernen und umsetzen. Gleichzeitig k?nnten damit kleine und mittlere Unternehmen der Region, aber auch national und international, zu einer Kooperation mit der ʹ̿ڹ bewegt werden.

Auf diese Weise sollen die Studierenden ber ihre Ausbildung, die ʹ̿ڹ ber Sichtbarkeit und Reputation und die Industrie ber die Fachkr?ftebereitstellung und wissensbasierte Verfahrens- und Produktgenerierung voneinander profitieren. Auch das Thema der berufsbegleitenden Weiterbildung - Stichwort ?Lebenslanges Lernen - m?chte ich adressieren. Hier k?nnen ebenfalls sowohl die ʹ̿ڹ als auch die Lernenden zur gegenseitigen Profilierung auf den jeweiligen Fachgebieten beitragen.


Mit welchen Projekten aus der Forschung werden Sie aktuell die ʹ̿ڹ bereichern?

Aktuell bearbeite ich in Kooperation mit der AG um Professorin Carola Griehl und der Salata AG ein durch das Bundesministerium fr Bildung und Forschung gef?rdertes Projekt. Es hat vor allem die Erweiterung der Mikroalgen-basierten, funktionellen Produktpalette zum Ziel. Hier existiert an der ʹ̿ڹ Anhalt eine hervorragende Expertise, die ich fr die Einwerbung neuer Algenforschungsprojekte gern nutzen m?chte. Industrie und ʹ̿ڹ k?nnen meines Erachtens noch enger verzahnt werden.


Haben Sie hier bereits konkrete Projekte ins Auge gefasst?
Konkret geplant sind hier Projekte, welche sowohl neue Algenst?mme, aber auch heute bereits kommerziell produzierte Spezies m?glichst ganzheitlich in der Breite ihrer Anwendungsm?glichkeit in den Bereichen der Lebensmittel, Nahrungserg?nzungsmittel, Futtermittel, Kosmetika, Medizinprodukte und Pharmaka nutzbar machen. Hierbei nimmt die Bioverfahrensentwicklung eine zentrale Stellung ein. Ich freue mich sehr darauf, mit den Kollegen im Fachbereich, aber auch darber hinaus an der ʹ̿ڹ Anhalt, auf diesem ?u?erst spannenden Gebiet zusammenzuarbeiten und auf diese Weise ein Alleinstellungsmerkmal des Fachbereichs und der ʹ̿ڹ im nationalen Wettbewerb um F?rdermittel generieren zu k?nnen.


In welcher Art und Weise k?nnen die Studierenden davon profitieren?
Studierende profitieren davon in jeder denkbaren Hinsicht: Zum einen durch die Aktualit?t der Forschungsthemen, die direkt in die Lehre einflie?en. Zum anderen durch die Vernetzung mit der Wirtschaft, die in Zeiten des Fachkr?ftemangels attraktive Jobchancen bietet. Durch eine m?glichst hohe Zahl an Projekten k?nnen die Studierenden ein Arbeitsgebiet entsprechend der eigenen Interessen w?hlen. Abschlie?end erhoffe ich mir fr die Studierenden bereits w?hrend des Studiums einen Motivationsschub, der ber einzelne Module hinausgeht, wenn ihnen die Mitarbeit an aktuellen Forschungsprojekten erm?glicht wird.


Mit dem Einstieg ins Wintersemester 2020 ist die ʹ̿ڹ zu einem Lehrbetrieb zurckgekehrt, der Pr?senz- und Onlineangebote kombiniert. Sehen Sie dabei besondere Herausforderungen?
Ich freue mich ber den Wiedereinstieg in Pr?senzveranstaltungen. Sowohl Vorlesungen als auch Seminare werden von mir und meinen Mitarbeitern in Pr?senz- und Onlineform vorbereitet, um flexibel auf aktuelle Entwicklungen der Pandemie reagieren zu k?nnen. Eine Ausnahme bilden hier die Laborpraktika, deren didaktisches Ziel C das Erlernen praktischer F?higkeiten C nur durch physische Pr?senz zu erreichen ist. Hier existieren bereits Erfahrungen mit Blockveranstaltungen, sodass wir fr das Semester sehr gut vorbereitet sind.


Wo leben Sie jetzt, wenn man Sie nicht in K?then an der ʹ̿ڹ trifft?
Ich bin mit meiner Familie im August aus Brandenburg nach Porst, einem Ortsteil von K?then gezogen und fhle mich hier, in der alten Heimat, bereits sehr wohl. Neben dem Beruf finde ich Ausgleich beim Umgang mit Pferden und dem Reitsport. Darber hinaus spiele ich Klavier, ein Hobby, das ich in der Bachstadt ebenfalls gern fortfhren m?chte.


Frau Professorin Grewe, herzlichen Dank fr das Interview.